| Teil 2: Rätselhafte Pfiffe in Cottbus |
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Auch wenn der Rückblick nicht schmerzfrei ausfällt: In der Saison 1997/98 tummelte sich der SV Meppen lange Zeit scheinbar sicher in der 2. Bundesliga, musste am Ende aber doch den bitteren Gang nach unten antreten. Bis zum sechsten Spieltag war das Team um Mannschaftskapitän Stefan Brasas sogar ungeschlagen geblieben. Einem 2:1-Auftaktsieg über den FSV Zwickau hatten sich Punkteteilungen gegen Fortuna Köln, Fortuna Düsseldorf (jeweils 2:2), Wattenscheid 09 und die Stuttgarter Kickers (jeweils 1:1) angeschlossen. Was dann am 14. September 1997 im „Stadion der Freundschaft“ in Cottbus folgte, war zum einen – nicht nur wegen vier vergebener „Tausendprozentiger“ – der Anfang vom Ende des SVM in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Es war zum anderen auch ein handfester Schiedsrichter-Skandal. Denn bei der ersten Meppener Saisonniederlage, dem 0:1 gegen Energie Cottbus, erwies sich Referee Manfred Insam nicht als möglichst unauffälliger Spielleiter, sondern als höchst seltsamer Spielentscheider. Seine „abenteuerliche Schicksalsmelodie mit drei Höhepunkten“, wie es die Meppener Tagespost damals formulierte, pfiff der Mann aus Köln erstmals in der 39. Minute. Als Thomas Böttche den Ball bei einem Freistoß so hart vor die Brust geknallt bekam, dass ihm die Luft wegblieb und er glatt umfiel, erkannte Insam kurioser Weise auf Elfmeter für die Gastgeber. Igor Lazic, Kroate in Diensten des FC Energie, verwandelte unhaltbar zum einzigen Tor des Tages. Als dann nach gut einer Stunde Spielzeit ein Cottbuser im eigenen Strafraum klar erkennbar per Handspiel rettete, verweigerte der Referee trotz aller Meppener Proteste den zwingend fälligen Elfmeterpfiff und ließ ungerührt weiterspielen. Zu schlechter Letzt schickte der Schwarzkittel in der 68. Minute noch Thomas Böttche mit Gelb-Rot vom Rasen – ebenfalls aus unerfindlichen Gründen. Denn der eingewechselte Detlef Irrgang (Böttche: „Irrsinn statt Irrgang.“) hatte den klärenden Meppener Libero einfach umgerannt. Statt den fälligen Freistoß für den SVM zu verhängen, zückte Insam auf Drängen eines Cottbuser Spielers die Ampelkarte für Böttche. „Klarer Betrug. Wir sind hier total verschaukelt worden“, wetterte nach dem Abpfiff nicht nur SVM-Manager Gerd van Zoest. Auch neutrale Beobachter wie ZDF-Berichterstatter Rolf Töpperwien zeigten sich entsetzt über den befremdlichen Auftritt des Schiedsrichters. Der hatte im Übrigen schon zuvor in einer Partie des VfB Lübeck gegen Carl-Zeiss Jena mit vielen rätselhaften Entscheidungen viele Fragen aufgeworfen. Wo auch immer die Gründe für den späteren Zweitliga-Abstieg des SV Meppen liegen mögen – an jenem 14. September 1997 wurde der erste von vielen Sargnägeln eingeschlagen. |





























