Wölfe zähmen - SVM fährt mit breiter Brust in die Autostadt

SVM jagt den Startrekord
Bleibt die Weste auch beim Favoriten weiß?


Durchatmen! Is' nicht! Nach dem famosen 2:1-Erfolg im Spitzenspiel gegen Lüneburg, geht es für den Spitzenreiter schon am Samstag weiter. Um 13 Uhr steigt das Duell beim VfL Wolfsburg II – der vor der Saison als Meisterfavorit Nummer Eins galt.

Neun Spiele, neun Siege. Ja, auch mit mehr als 24 Stunden Abstand fällt es schwer, diese unglaubliche Serie noch zu begreifen. Und jetzt winkt bei den Jung-Wölfen der Startrekord! Vor zwei Jahren startete die Reserve des Hamburger SV ebenfalls mit neun Siegen aus den ersten neun Spielen. Am zehnten Spieltag folgte damals jedoch beim 1:1 gegen den BSV Rehden der erste Punktverlust. Und in dieser Spielzeit gewann die SpVgg Unterhaching in der Regionalliga Bayern auch die ersten neun Spiele, um am letzten Wochenende im zehnten Spiel mit einem torlosen Unentschieden leben zu müssen. Zehn Siege wären also ein absolutes Novum!

Als vor dieser Saison die Frage nach dem Meister gestellt wurde, lautete die Antwort nahezu immer unweigerlich: VfL Wolfsburg II. Schon in der letzten Spielzeit holte die Bundesliga-Reserve, scheiterte dann aber in der Relegation an Jahn Regensburg. Bereits vor drei Jahren stieg Wolfsburg als Meister nicht auf – mit der 3. Liga scheint es bisher wie verhext. Dieses Jahr soll es endlich klappen, doch die bisherigen Ergebnisse beweisen, dass noch ordentlich Sand im Getriebe ist. Denn von den ersten acht Spielen konnte der VfL nur zwei gewinnen und steht somit nach acht Spielen nur auf dem zehnten Platz. Der Rückstand auf den SVM beträgt bereits unglaubliche 17 Punkte!

Eine Niederlage können sich die Wölfe eigentlich nicht erlauben, will man nicht schon frühzeitig nur noch um die goldene Ananas kämpfen. Die fußballerische Qualität ist auch dieses Jahr wie so oft bei Zweitvertretungen natürlich außergewöhnlich, doch so richtig greifen die Rädchen noch nicht ineinander. Die Abgänge von Dino Medjedovic, Bastian Schulz oder Hilal El-Helwe schmerzen.

Für den Sturm verpflichteten die Wolfsburger im Sommer mit Marcel Reichwein von Preußen Münster einen ganz erfahrenen Mann. Der 30-Jährige verfügt über massig Erfahrung in höheren Ligen und hat seine Klasse auch in dieser Saison bislang unter Beweis gestellt. Mit acht Toren steht Reichwein in der Torjägerliste ganz vorne. Für Gefahr sorgt zudem auch Justin Möbius, der aus der eigenen Jugend kam, und bisher viermal traf. Doch das war es dann auch schon! Zwölf Saisontore gelangen den Wolfsburgern bislang – und außer Reichwein und Möbius konnte noch niemand treffen. Zum Vergleich: Beim SVM gab es bislang schon neun verschiedene Torschützen.

Die vielen Spiele der letzten Wochen haben aber auch bei den Meppenern Spuren hinterlassen. Auch am Samstag wird Christian Neidhart seine Startelf wieder ändern müssen. Thilo Leugers ist immerhin nach abgesessener Gelbsperre wieder dabei. Mirco Born fehlt ein letztes Mal, auch Marius Kleinsorge ist weiter verletzt. Ob es bei Sebastian Schepers für einen Einsatz reicht, muss nach seinem Knockout gegen Lüneburg aber abgewartet werden. So oder so: Auch die Spieler, die zuletzt von der Bank kamen, haben ihre Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis gestellt und werden alles daran setzen, am Samstag auch den zehnten Sieg im zehnten Spiel zu feiern.