Topfavorit VfL Wolfsburg II am Sonntag zu Gast in Meppen

So, liebe Freunde des SV Meppen. Ich hoffe, dass ihr euch, so wie ich, mittlerweile von dem ganzen Pokalrummel erholt habt. Was für ein Spektakel?!? Volle Hütte und dann so ein geschichtsträchtiges Spiel – leider im negativen Sinne. Es wurde viel diskutiert in dieser Woche. War es Elfmeter? War es keiner? War es eine Rote Karte? War es keine? Sehr, sehr schwierige Fragen und ich bin absolut ehrlich: Eine echte Antwort habe ich immer noch nicht. Es war schon beängstigend, wie oft ich meine eigene Meinung geändert habe. Was bleibt ist aber sicherlich die Erinnerung an einen ganz tollen Fußballtag in der Geschichte des SV Meppen.

So, Sonntag dann also Wolfsburg. Ligaaltag! Oder wie der Angelsachse sagt: to be knocked out oft he skiesauf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Halten wir nach dem ganzen Spektakel fest: Unser SVM ist gut in die Saison gestartet. 1:1 in Lüneburg, 3:2 im Pokal gegen Rehden und dann das 3:0 in der Hänsch-Arena (ob wohl auch wieder 13.815 Zuschauer kommen?) gegen den Goslarer SC. Da kann man schon von einem guten Start sprechen. Jetzt kommt aber eine Mannschaft ins Emsland, die jeder in der Liga am Ende ganz oben erwartet – Der VfL Wolfsburg. SVM-Coach Neidhart verwies in unserem Gespräch wahrscheinlich zurecht darauf, dass „das schon keine Regionalligamannschaft mehr ist“.  Er erklärt: „Jeder weiß, was es für Möglichkeiten in Wolfsburg gibt. Und das überträgt sich auch auf die U23". Mit Valérien Ismaël haben die Jungwölfe einen sehr guten und erfahrenen Trainer, der schon 2014 mit dem VfL Meister geworden ist (Anm.: Der VfL scheiterte dann in der Relegation). Er übernimmt den Posten wieder von Thomas Brdaric, der in der letzten Saison Vizemeister wurde. Ismaël stehen Spieler zur Verfügung, die wohl jeder Regionalligatrainer mit Kusshand nehmen würde. Allein die Neuzugänge haben es in sich. Um nur zwei Beispiele mal zu nennen: Der österreichische U-21-Nationalspieler Sebastian Wimmer oder Gergely Bobal aus der ersten ungarischen Liga. Das ist schon eine Hausnummer. Und Christian Neidhart empfindet höchsten Respekt: „Wenn du gegen den HSV und Norderstedt neun Tore schießt (Anm.: 4:0 HSV, 5:0 Norderstedt) und dabei kein Gegentor kassierst, dann brauche ich niemanden künstlich in die Favoritenrolle zwingen, sondern das ist schon aller Ehren wert. Vor allem, weil der HSV und Norderstedt ebenfalls in der Spitzengruppe erwartet werden. Das nötigt einem schon Respekt ab“, sagt er, ohne dabei resignierend zu wirken. Obwohl es, meiner Meinung nach, zu früh kommt, dieses Spitzenduell, wenn man die Personaldecke des SVM betrachtet. Sicher ausfallen werden Pini (Haarriss), Thomas (Meniskus-OP), Strompen (Platzverweis) sowie Deters und Hudec. Bei Martin Wagner sieht es mittlerweile wieder besser aus. Unter der Woche lag er mit Fieber flach, konnte aber am Freitag morgen schon wieder mit der Mannschaft trainieren. Genauso wie Jens Robben, der nach seiner wirklich ärgerlichen Situation (Nierensteine in der Nacht vorm DFB-Pokalspiel) auch wieder voll mit dem Team trainiert und eingesetzt werden könnte. Bleibt ein Fragezeichen bei Neuzugang Patrick Posipal.  Seine Chance nach dem Muskelfaserriss sieht der Coach bei 50:50. Morgen gibt es noch eine abschließende Untersuchung. Wollen wir hoffen, dass Patrick auflaufen kann. Am Ende des Gesprächs hab ich ihn wieder, den Kämpfer Neidhart: „Respekt bedeutet nicht, dass wir Angst haben, keiner von uns hat das. Wir müssen uns nur strikt an unseren Plan halten und kompakt stehen, dann wird es auch eine Spitzenmannschaft wie Wolfsburg schwer haben, uns im eigenen Stadion zu schlagen“. So wollen wir das hören. Wir sehen uns im Stadion….(Text: Hardy Kloßek)