Tommy Stroot verlässt den SV Meppen am Saisonende in Richtung Enschede

Neue Aufgabe bei „FC Twente Vrouwen“ - Sorgfalt bei der Trainersuche

Die Frauenfußballabteilung des SV Meppen muss sich nach einem neuen Cheftrainer für die Bundesligafrauen (2.FBL Nord) umschauen. Tommy Stroot hat den Vereinsverantwortlichen und der Mannschaft in der vergangenen Woche bzw. nach dem Spiel gegen den KSV Holstein Kiel am Sonntag mitgeteilt, dass er sich zur neuen Saison neuen Herausforderungen stellen wird.

Über acht Jahre war der erst 27-Jährige Tommy Stroot dann im sportlichen Team von Maria Reisinger vertreten. Noch zu Zeiten des SV Victoria Gersten hat er als 18-Jähriger begonnen im Frauen- und Mädchenfußballbereich zu hospitieren. Nach der Co-Trainertätigkeit noch unter Maria Reisinger übernahm er in den Folgejahren zunächst die Frauen-Oberligamannschaft, später als Cheftrainer die B-Juniorinnen-Bundesliga-Mädchen und zum 01.07.2013 schließlich als hauptverantwortlicher Trainer das Bundesligateam in der 2. Frauen-Bundesliga Nord.

Die dortigen sportlichen Ergebnisse waren und sind weiterhin überzeugend. Stetige Platzierungen in den Spitzengruppen bei gleichzeitiger Integration junger und oftmals eigens ausgebildeter Talente konnten erfolgreich erreicht/umgesetzt werden. Stroot hat sich in diesem Zusammenhang stets auch als Bestandteil eines von Maria Reisinger geführten Trainer- und Funktionsstabes gesehen, deren Ausbildungsphilosophie einen durchgängigen „roten Faden“ - beginnend bei den C-Juniorinnen - verfolgt.

„Ich hätte mit Tommy gerne weiter zusammengearbeitet. Wir verfügen insgesamt über ein sehr homogenes Trainer-/Funktionsteam, im Rahmen dessen wir im Sinne der Entwicklung junger und talentierter Spielerinnen in den vergangenen Jahren – auch bei unterschiedlichen Meinungen - sehr gut harmoniert haben. Ich weiß aber auch um die sportlichen Ziele von Tommy und kann daher gut nachvollziehen, dass er eine weitere Herausforderung in Angriff nehmen möchte, vielleicht auch muss. Wir sind daher auch Stolz darauf, dass es uns gelungen ist, neben unseren Spielerinnen mit Tommy auch einen jungen und hoffnungsvollen Nachwuchstrainer aus den eigenen Reihen haben fördern zu können“, verdeutlicht Maria Reisinger.

Tommy Stroot wird nach Ablauf dieser Saison seine Zelte als dann hauptamtlicher Trainer beim FC Twente Enschede, genauer den FC Twente Vrouen, aufschlagen. Seit der Saison 2015/16 spielen die FC Twente Vrouwen wieder in einer rein holländischen Liga. Zuvor existierte über drei Spielzeiten die so genannten BeNeLeague, eine aus niederländischen und belgischen Frauenteams bestehende Liga, deren Titel Enschede in den ersten beide Spielzeiten 2012/13 und 2013/14 gewinnen konnte.

Zur Saison 2015/16 qualifizierte sich Enschede für die Champions League der Frauen und setzte sich in der 1. Runde gegen den Deutschen Meister FC Bayern München durch, unterlag dann im Achtelfinale dem FC Barcelona. Aktuell belegt Twente den 2. Tabellenplatz hinter der Mannschaft von Ajax Amsterdam. In der laufenden Saison besteht die „Eredivisie Vrouwen“ aus sieben Teams, die in je zwei Hin- und Rückspielen über die Meisterfrage entscheiden.

„Ich habe in Gersten und Meppen eine fantastische Zeit gehabt und möchte mich bei allen Verantwortlichen, insbesondere sicherlich aber bei Maria Reisinger sowie meinen Trainerkollegen und dem Orga-Stab dafür bedanken, dass man mir stets Vertrauen entgegengebracht hat und ich die Zeit hatte, mich hier so als Trainer zu entwickeln. Ich verlasse das Team zum Saisonende einerseits sehr ungerne, gleichermaßen freue ich mich aber auch auf die neue Aufgabe und Perspektive in Enschede. Die Strukturen in Enschede erlauben es mir, dass ich mich vollends auf den Fußball konzentrieren kann. Das ist auch eine große Chance, um mich in einem professionellen Fußballumfeld weiter zu etablieren“, erklärt Stroot die Beweggründe für seinen Wechsel.

Die Trainersuche beim SV Meppen ist bereits „eingeläutet“. Maria Reisinger wird den Nachfolger/die Nachfolgerin mit Sorgfalt auswählen. Die Anforderungen lauten auch weiterhin, Spielerinnen aus der Region und der eigenen Nachwuchsabteilung in eine erfolgreiche Mannschaft zu integrieren. (ml)


Foto: Dr. Werner Scholz