SV Meppen bezwingt TSV Schilksee mit 4:1

Vor 1.020 Zuschauern gewinnt der SV Meppen mit 4:1 gegen den Tabellenletzten TSV Schilksee. Torschützen für den SVM sind Viktor Maier (2) und Erdogan Pini. Das vierte Tor ist ein Eigentor der Gäste.

Die Niederlage in Goslar (0:2) war ebenso vermeidbar wie ärgerlich. So verpasste man in Meppen den Anschluss an die Tabellenspitze. Zwar ist der SVM immer noch auf einem sehr guten 4. Platz in der Tabelle, aber schon 10 Punkte hinter Flensburg, die auf dem dritten Rang stehen.

Daher sollte ein Sieg zu Hause gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten, Aufsteiger TSV Schilksee (3 Punkte), Pflicht sein. Im Tor beginnt heute Lars-Oliver Huxsohl für den gesperrten Benni Gommert (Rot in Goslar), In der Innenverteidigung spielen Posipal und Geiger, der in der ARD Sportschau für sein Tor gegen Lüneburg für das „Tor des Monats“ nominiert wurde (Abstimmen). Rechts in der Kette spielt Schnier, links wie gewohnt Schepers. Strompen und Robben bilden die Doppelsechs, Meier kommt über rechts, Wagner über links. Hinter Alawie, der als einzige Spitze die Bälle festmachen soll, kommt Pini zum Einsatz.

Und die Partie geht gut los aus Sicht der Hausherren. Nach 1:38 Minuten wird der kirgisische Nationalspieler Viktor Maier, in Diensten des SVM, im Strafraum gefoult, so dass Schiri Yilmaz auf den Punkt zeigte. Der Gefoulte macht es selbst. Maier (3.)  -  halb hoch, halb rechts und schon steht es 1:0 für den SV Meppen. Ein Auftakt nach Maß. Sind es doch gerade die Spiele gegen die vermeintlich „Kleinen“ in der Liga, die so oft zu einer Geduldsprobe werden. Aber mit dem 1:0 nach drei Minuten ist die Tür geöffnet und eine mögliche defensive Taktik des Gegners bereits nach wenigen Minuten zerstört. Will der TSV hier Punkte mitnehmen, dann darf er sich nicht mehr verstecken, so dass weitere Räume für den SVM entstehen können. In den Anfangsminuten spielt in der Hänsch-Arena nur ein Team – der SVM. Und das Team von Christian Neidhart bringt diese Überlegenheit auch auf die Anzeigentafel. Martin Wagner flankt von der rechten Seite mit links in den Strafraum, dort steigt Erdogan Pini (13.) am Höchsten und sein Kopfball landet im unteren linken Eck. Torhüter Kröhnert hatte nicht damit gerechnet, dass Pini an den Ball kommt, daher war das Tor leer. Und Meppen marschiert auch nach der verdienten 2:0-Führung weiter in Richtung Kröhnert. Posipal (15.) versucht es aus 17 Metern, sein Schuss geht nur knapp am Kasten vorbei. Auch der Freistoßversuch von Strompen (21.) scheitert knapp. Der Gast aus dem Kieler Stadtteil Schilksee ist nur um Schadensbegrenzung bemüht. Eigene Offensivaktionen sind sehr rar. Aber kaum hat man solche Sätze geschrieben, straft der Fußball auch den Autor Lügen. Schilksee kommt zum ersten Mal gefährlich vor die Hütte von Huxsohl. Eine Flanke von rechts rollt durch den Strafraum, am langen Pfosten steht Timo Naht(31.), der den Ball mit links an Huxsohl vorbei schießt. Und schon steht es nur noch 2:1 für den SV Meppen. Aber das Team von Christian Neihart antwortet prompt. Pini erhält einen schöne  Pass aus dem Mittelfeld, läuft alleine auf Kepper Kröhnert zu und bevor dieser die Kugel packen kann, legt Pini rechts raus auf Viktor Maier (33.), der aus fünf Metern nur noch einschieben braucht. Die zweite Hütte vom Mittelfeld-Roadrunner Maier. Die Zuschauer sehen eine sehr intensiv geführte Regionalligapartie. Nach dem 3:1 häufige Nickligkeiten, oft dabei Jens Robben. Aber der gute Schiedsrichter Murat Yilmaz hat die Partie im Griff, gute, unaufgeregte Leistung des Referees.

In die Kabinen geht es dann mit einer 3:1-Führung für die Hausherren. Eine wirklich interessante Partie hat sich in den ersten 45 Minuten entwickelt. Meppen klar dominierend, nur einmal nachlässig, zeigte, dass sie an diesem Tag keinen Zweifel aufkommen lassen wollte, wem die drei Punkte hier gehören.

Und Meppen kommt gut aus der Kabine. Schilksee versucht zwar mehr Druck auf den Gegner und Ball aufzubauen, aber der SVM weiß damit umzugehen. So hat der Gastgeber auch die erste Chance der zweiten Hälfte. Nach Maier-Flanke setzt sich Alawie im Duell mit einem Verteidiger durch, doch er kann keinen Druck mehr auf den Ball bekommen, so dass sein Kopfball über das Tor geht. In der 54. Minute dann der nächste Torjubel. Eine schöne Kombination über Schepers schließt Alawie ab, leider Abseits. In der Folge eine sehr zerfahrene Partie. Wieder viele Nickligkeiten, die mitunter zu Rudelbildungen führen. Schilksee gibt sich nicht auf. Und hat mit Huxsohl einen Verbündeten. In zwei Situationen kann der junge Torhüter den Ball nicht richtig kontrollieren und hat Glück, dass seine Fehler folgenlos bleiben. Eine sehr kribbelige Grundstimmung im Spiel. Gut, dass der SVM bereits 3:1 führt. Aber zu einer wirklichen Sicherheit führt das momentan noch nicht. Geiger (68.) kann mit dem Kopf auf 4:1 erhöhen, aber der war für den neuen Fallrückzieherexperten wohl zu einfach. Der SVM nun lange nicht mehr so ballsicher wie im ersten Durchgang, immer wieder führen Stockfehler zu guten Kontermöglichkeiten für Schilksee, die zum Glück nicht in der Lage sind, aus diesen Nikolausgeschenken etwas Zählbares zu machen. In der 75. Minute hätte der SV Meppen den Sack zu machen können. Strompen schickt den eingewechselten Deters, der alleine auf Kröhnert zugeht, aber Deters kann nicht verwandeln, auch den zweiten Versuch, nachdem Alawie die Kugel zurückerobert, kann er nicht im Netz unterbringen. Eine sehr gute Gelegenheit für den Youngster. In der 83. Minute ist dann der Deckel drauf. Der eingewechselte Ahillen und Erdogan Pini tragen über rechts einen tollen Angriff vor, Pini (83.) bringt die Kugel scharf vor das Tor, Schilksee-Kapitän Marco Rook will klären, befördert den Ball allerdings ins eigene Netz – 4:1 für den SVM. In der 88. Minute erhält dann Bräunling von Schilksee noch die Rote Karte. Nachdem ihm Schiedsrichter Yilmaz die gelbe Karte wegen Meckerns gegeben hat, hörte Bräunling nicht auf zu meckern und kassiert folgerichtig den roten Karton.

Damit besiegt der SV Meppen den Tabellenletzten vom TSV Schilksee mit 4:1. Ein auch in dieser Höhe mehr als verdienter Sieg gegen einen Gegner, der die vielen Nikolausgeschenke – überwiegend von Huxsohl – nicht nutzen konnte. Ein anderes Team der Regionalliga hätte unter Umständen diese Nachlässigkeiten bestraft. Aber nichts destotrotz alles in allem ein gutes Spiel der Meppener Jungs, die durch diesen Sieg und der gleichzeitigen Niederlage von Weiche Flensburg (1:3 bei Drochtersen Assel) ein wenig Boden gut gemacht hat zum Tabellendritten. Und nächsten Sonntag ist eben dieser zu Gast in der Hänsch-Arena. Anstoß gegen Weiche Flensburg ist um 14.00 Uhr.

 

SV Meppen: Huxsohl – Geiger – Schnier – Alawie – Maier (61. Deters) – Wagner – Schepers – Robben (79. Ahillen) – Pini (84. Suchanke) – Posipal – Strompen


Fotos: Dr. Werner Scholz