Pauli abhaken - Wölfe vor der Brust

Die Reise nach Hamburg hätten sich die Verantwortlichen des SV Meppen am Mittwochabend wohl gerne erspart. Denn im Nachholspiel beim FC St. Pauli II kam scheinbar all das Unglück zusammen, welches in den letzten Wochen und Monaten fehlte. Mit 0:4 kam die Mannschaft von Christian Neidhart im zweiten Durchgang unter die Räder, verlor Patrick Posipal mit einer Roten Karte und schon vor dem Anpfiff Thilo Leugers mit Achillessehnenproblemen.

Nur drei Tage später – am Samstag um 16 Uhr – bietet sich jedoch nun bereits die Möglichkeit zur schnellen Wiedergutmachung. Denn dann ist die zweite Mannschaft des VfL Wolfsburg in der Hänsch-Arena zu Gast. Doch auch diesmal wird Neidhart zu Umstellungen gefordert sein – rund ein halbes Dutzend Spieler droht auszufallen.

Thorben Deters fällt ohnehin mit seinem Handbruch aus, Marius Kleinsorge hat seinen Muskelfaserriss aus dem Spiel in Drochtersen noch nicht auskuriert. Posipal ist rotgesperrt, zudem sah Jovan Vidovic in Hamburg seine fünfte Gelbe Karte. Ob Leugers und Torjäger Benjamin Girth wieder auflaufen können, entscheidet sich wohl erst kurzfristig.

Selten sorgte die personelle Situation in dieser Saison bislang für Sorgenfalten – ähnlich war es lediglich ausgerechnet vor dem Hinspiel in Wolfsburg. Auch damals musste der SVM nach einem kräftezehrenden Spiel unter der Woche nur drei Tage später ran, auch damals fehlten vor allem in der Offensive mehrere Stammspieler. Es folgte die erste Saisonniederlage – mit 1:2 unterlagen die Blau-Weißen. Mehr als der zwischenzeitliche Ausgleich von David Vrzogic sprang nicht heraus.

Auch wenn die Wolfsburger ihre PS in dieser Saison nicht so häufig auf den Rasen bringen konnten – der amtierende Meister verfügt nach wie vor über einen qualitativ hochwertigen Kader. Der drittligaerfahrene Marcel Reichwein hat bereits 13 Saisontore erzielt, beim 1:1 gegen den TSV Havelse in der letzten Woche stand mit Philipp Wollscheid sogar ein ehemaliger deutscher Nationalspieler auf dem Feld.

Und dennoch zeigen die Wolfsburger in dieser Saison zwei Gesichter: Vor heimischem Publikum ist der VfL bärenstark, gewann neun seiner 13 Partien. Doch auf fremden Geläuf werden die Jungwölfe plötzlich zahm. Lediglich eines von zwölf Gastspielen gewann der VfL – ausgerechnet bei Lokalrivale Lupo Martini Wolfsburg. In der Auswärtstabelle bedeutet das einen schwachen 15. Tabellenplatz und zugleich die Erklärung, warum es in dieser Spielzeit wohl nicht für einen Spitzenplatz reicht.

Dementsprechend kann die Brust auf Meppener Seite breit sein, denn von den bisherigen zwölf Heimspielen wurden elf gewonnen. Auch wenn sich das Team am Mittwoch mal einen Ausrutscher erlaubt hat – in dieser Saison sollte das der Mannschaft verziehen werden. Also macht euch zahlreich auf den Weg ins Stadion und unterstützt das Team in ähnlicher Art und Weise wie vor zwei Wochen gegen den VfB Lübeck.