Erst Pech, dann kein Glück - SVM unterliegt St. Pauli mit 0:1

Der SV Meppen verliert sein Auswärtsspiel beim FC. St. Pauli mit 0:1. Damit verliert der SVM das zweite Spiel in Folge.

Die Vorzeichen für diese Partie hätten kaum schlechter sein können. Nach der 0:2-Niederlage zu Hause gegen den TSV Havelse, wollte das Team von Christian Neidhart in Hamburg vei den Kiezkickern den Bock umstoßen. Und das obwohl nach Max Kremer, für den ein Einsatz von vorneherein zu früh gekommen wäre, auch noch Muhamed Alawie, der in den vergangenen Wochen bärenstark spielte und regelmäßig traf, verletzt passen musste. Auch Mirco Born konnte nicht eingesetzt werden. Also für der Trainer mit einer "Rumpfelf" in die Hansestadt, immer noch frohen Mutes. Bis man in Hamburg mit dem Mannschaftsbus ankam. An einer Ampel überlegte sich ein Autofahrer doch noch schnell die Spur zu wechseln und übersah den Mannschaftsbus der Meppener, der dann in das Fahrzeug hineinfuhr. Dieser Unfall verzögerte die Ankunft der Meppener im Stadion Hoheluft. Erst kurz vor 14 Uhr (die Anstoßzeit), erreichten die Kicker das Stadion. Neu angesetzt wurde das Spiel dann für 14.20 Uhr, also hatten die Jungs von Neidhart gerade einmal 15 Minuten Zeit, um sich warmzumachen. Als wäre das alles noch nicht genug der schlechten Nachrichten gewesen, verletzte sich in der ersten Halbzeit auch noch der angeschlagen in das Spiel gegangene Kapitän Johan Wigger und musste raus.

Der SV Meppen bekam aufgrund der Vorgeschichte in der Anfangsphase kein Bein auf die Erde, der FC St. Pauli machte von Beginn an Druck, um die Verwirrung des Gegners auszunutzen. Jens Robben, eher auf der Sechs oder im rechten Mittelfeld zu Hause, übernimmt den Part vorne in der Spitze. Aber das Spiel findet in den ersten Minuten auf der anderen Seite statt. Erste Möglichkeit für die Hausherren, die sich über Schneider und Empen (4.) nach vorn kombinieren. Dessen Schuss aus der Drehung landet jedoch im Toraus. Erste Warnung für den SVM. Und Pauli macht Druck. Zuerst verliert Jesgarzewski die Kugel, dann kommt Posipal nicht hinterher. Geigers (12.) Bein klärt dann in höchster Not Einwurf. Es brennt wirklich lichterloh. Wunderschön kombinieren die Paulianer an der Mittellinie gegen auf Abseits spielende Meppener. Schneider (15.) ist frei durch und läuft auf Gommert zu, im aller letzten Moment spritzt Schepers jedoch stark dazwischen und klärt zur dann am Ende harmlosen Ecke. Dennoch kann der FC St. Pauli Kapital aus der gesamten Situation schlagen. Auf links ist Schepers gegen Kunze zu unentschlossen, sodass der scharf in die Mitte geben kann. Dort ist eigentlich niemand, Gommert taucht aber ab und lässt das Leder nach vorne klatschen, wo Empen (16.) dann goldrichtig steht und die Murmel versenkt – 0:1 aus Meppener Sicht. Nur drei Minuten später die nächste Hiobsbotschaft. Wigger, der bereits angeschlagen in das Spiel gegangen ist, war die kurze Aufwärmphase wohl zu kurz. Für ihn übernimmt Schnier. Was für ein gebrauchter Tag für den SV Meppen. So dauert es auch bis zu 26. Minute, dass der SVM mal zu einer eigenen Chance kommt. Wagner versucht sich aus knapp 20 Metern mit dem ersten Torschuss der Meppener. Der Abschluss ist jedoch zu zentral, sodass Brodersen sicher zupacken kann. Jetzt ist mal der SV Meppen am Zug. Pini wird wunderschön freigespielt und will in der Mitte den völlig blanken Wagner (28.)  bedienen. Sein Pass ist jedoch zu ungenau, Wagner verliert im anschließenden Dribbling das Leder. Doch dann ein haarsträubender Fehler von Strompen. verliert als letzter Mann im Dribbling den Ball an Empen, der mutterseelenallein vor Gommert (31.) steht. Zum Glück rettet der Pfosten für den schon geschlagenen Gommert. Das hätte das 0:2 sein müssen. Und wieder ist es Strompen, der heute keine gute Figur macht. Er will auf abseits spielen, was gründlich misslingt. Erneut ist es Empen (35.), der frei vor Gommert steht. Mit einer tollen Parade hält der Schlussmann den Gast hier weiter im Spiel. Dann die Beste Chance für den SVM. Wagner spielt brillant auf Maier (38.), der den Ball mit der Brust annimmt. Eden geht dazwischen, zwingt dabei aber Brodersen zu einer Parade. Im Nachfassen hat der Paulianer das Leder knapp vor Pini.

Mit dem 0:1-Rückstand geht es dann in die Kabine. Die kurze Aufwärmphase der Meppener führt dazu, dass der SVM von Beginn an nicht wach ist – wie auch – und St. Pauli sehr viel Druck macht, um die Situation zu nutzen, was ihnen auch mit dem Tor in der 16. Minute gelingt. In der zweiten Halbzeit muss der SV Meppen mehr Druck machen, denn St. Pauli ist keine Übermannschaft.

Meppen kommt auch verbessert aus der Kabine, ohne jedoch wirklich zwingend zu sein. Und der SVM hat auch mal Glück: Der klar im Abseits stehende Empen (57.) dringt in den Sechzehner ein und lässt Gommert an der Strafraumgrenze aussteigen. Da der Winkel zu spitz ist, muss er in die Mitte passen, in der Jesgarzewski in aller letzter Sekunde zur Ecke klärt. Empen (63.) leistet sich ein Privatduell mit Gommert, der an der Strafraumgrenze erneut nur zweiter Sieger im Zweikampf ist. Geiger kann den Angreifer jedoch soweit abdrängen, dass dem am Ende nur der Pass ins Nichts bleibt. Dennoch war das echt eng. Dann aber mal der SV Meppen. Maier wird wunderschön freigespielt, kommt aber im freien Lauf auf Brodersen ins Straucheln. Dennoch behält er das Leder und wird außerhab des Strafraums klar von Keeper Brodersen umgerissen. Schiri Rath lässt aber laufen, sodass Pini (67.) zum Abschluss kommt. In höchster Not wird sein Torschuss abgeblockt. In der Schlussphase will Meppen zumindest noch einen Punkt retten. Maier (83.) zieht ab, sein Schuss wird von der Mauer abgefälscht. Keeper Brodersen klärt nur mit Mühe. Und wieder Maier (84.). Aus dem Gewühl kommt der Meppener Angreifer aus knapp sieben Metern zum Abschluss, der nur hauchdünn am Pfosten vorbeistreicht. Dann in der 90. Minute hat Posipal den Ausgleich auf dem Kopf. Brodersen wird von einen Kopfballbogenlampe überrascht, zwei Meter vor dem Tor schafft es Posipal nicht, das Leder auf den Kasten zu drücken.

So geht das Spiel in Hamburg mit 0:1 verloren. Und das Fazit von diesem Tag fällt dann auch leicht: Es gibt so Tage, an denen man am Liebsten im Bett bleiben sollte. Und der SV Meppen hat genau so einen erwischt. Am kommenden Freitag hat der SV Meppen die Chance im Heimspiel gegen den BSV Rehden (Anstoß 19.30 Uhr) dieses Spiel vergessen zu machen.

Der ramponierte Mannschaftsbus