Derbyzeit - SVM empfängt den VfB Oldenburg

SVM hofft gegen Oldenburg auf Rekordkulisse


Derbyzeit! Völlig egal was ihr an diesem Wochenende sonst so vor hat – wer am Sonntag nicht ins Stadion geht, der ist selber Schuld. Um 14 Uhr steigt in der Hänsch-Arena der Nordwest-Klassiker zwischen dem SV Meppen und dem VfB Oldenburg.

Nein, es macht natürlich keinen Sinn, so zu tun, als sei das kommende Duell ein Spiel wie jedes andere. Über die Rivalität beider Vereine müssen an dieser Stelle keine Worte mehr verloren werden, sowohl Meppener als auch Oldenburger Anhänger fiebern den beiden Partien in der Saison traditionell schon Monate vorher entgegen. Doch dieser Tage wird man das Gefühl nicht los, als sei die Brisanz und Vorfreude auf das kommende Derbys besonders groß.

Denn nach wie vor grüßt der SVM in der Regionalliga von ganz oben. Nach dem furiosen Saisonstart mit neun Siegen aus neun Spielen beträgt der Vorsprung auf die nächsten Verfolger trotz zuletzt drei sieglosen Partien in Folge noch immer sechs Zähler. Die Stimmung im Meppener Umfeld ist also hervorragend – und beim letzten Heimspiel vor über einem Monat verwandelten 3686 Zuschauer das Areal um die Lathener Straße in ein Tollhaus, als Benjamin Girth in der Nachspielzeit den Siegtreffer gegen Lüneburg erzielte.

Eine Stimmung, wie sie vor achteinhalb Monaten nicht ansatzweise möglich gewesen wäre. Im ersten Spiel dieses Kalenderjahres gastierten die Oldenburger in Meppen und fügten dem Team von Christian Neidhart eine der schmerzhaftesten Niederlagen der jüngeren Vereinsgeschichte bei. 1:5 hieß es am Ende aus SVM-Sicht – und damit war man noch gut bedient.

Die Oldenburger spielten damals wochenlang in einem absoluten Rausch und schienen lange Zeit sogar auf dem Weg zur Meisterschaft. Doch eine Schwächephase im Frühjahr ließ den Traum von der 3. Liga in der Hunte jäh platzen. Am Ende musste sich die Mannschaft von Dietmar Hirsch mit der Vizemeisterschaft begnügen und mit ansehen, wie die Reserve des VfL Wolfsburg zum wiederholten Male die Aufstiegs-Playoffs vergeigte.

Weil Erfolg bekanntlich Begehrlichkeiten weckt, zerfiel das VfB-Team im Sommer nahezu völlig in seine Einzelteile. So zog es die bärenstarke Innenverteidigung um Dominic Volkmer und Franko Uzelac beispielsweise in die 2. respektive die 3. Liga. Insgesamt gestaltete sich der Umbruch allerdings noch viel krasser: 18 (!) Zugängen standen letztlich 17 (!) Abgängen gegenüber. Auffällig dabei war vor allem die radikale Verjüngung des Teams – nur drei Spieler des Kaders sind über 25 Jahre alt.

Es überrascht daher nicht, dass das neuformierte Team in dieser Saison noch die ein oder andere Anlaufschwierigkeit durchlebt. Oldenburgs Anhänger müssen sich dabei phasenweise wie in einer Achterbahn vorkommen, wechseln sich doch bärenstarke Auftritte vor heimischem Publikum wie zuletzt gegen den VfB Lübeck (3:0) oder den VfL Wolfsburg II (1:0) in schöner Regelmäßigkeit mit katastrophalen Darbietungen auf fremden Plätzen (1:2 in Drochtersen und in St. Pauli) ab. In der Tat verloren die Oldenburger die letzten vier Gastspiele allesamt und stehen in der Auswärtstabelle auf dem 16. Platz. Der SVM dagegen konnte seine sechs bisherigen Heimspiele bei einer beeindruckenden Tordifferenz von 15:3 alle gewinnen. Die bereits angesprochene 1:5-Klatsche gegen den VfB im Februar war die letzte Meppener Niederlage vor heimischem Publikum.

Über den Aussagewert derlei Statistiken lässt sich gerade vor solch einer prestigeträchtigen Partie natürlich streiten. In jedem Fall steckt im Oldenburger Kader gerade in der Offensive noch immer reichlich Potential. Besonders die Rückkehr von Daniel Franziskus an die Hunte hat sich bislang bezahlt gemacht. Der 25-Jährige ist mit sechs Treffer bester Oldenburger Torjäger und vor allem bei Standards brandgefährlich.
Dementsprechend dürfte es am Sonntag einen heißen Fight geben, bei dem sich beide Mannschaften über 90 Minuten nichts schenken werden. Also kommt ins Stadion und schreit unsere Blau-Weißen zum Sieg!