Das ewig junge Duell steht an - SVM in Cloppenburg

So, dann ist ja wohl mal wieder Derbyzeit. Auf geht’s nach Cloppenburg. Meine Aufgabe jetzt: Vorbericht schreiben. Gerne.

Journalisten sehen sich ja gerne in der Rolle vom  Schweinchen Schlau. Und in solch einer Phase der Saison werden erste Fazits gezogen, ich erwähnte das in meinem letzten Vorbericht. Im Prinzip ist dieser Job doch ganz einfach. Du guckst dir die Ergebnisse an und schmückst diese Ergebnisse mit einer exquisiten Wortwahl, in dem du Worte hinzufügst, wie „Polyvalenz bzw polyvalenter Spieler“ und so. Das untermauert den Expertenstatus. Früher hieß das mal „Allrounder“, war auch schon englisch, daher auch cool, aber eben heute nicht mehr. Mein Opa hätte wahrscheinlich gesagt: „Hermann, den kannze hinstellen wo de willz“! Das dauert aber zu lange, daher „Allrounder“,  hin zu „polyvalenz“. Noch so ein Beispiel: Hätte mir damals ein Trainer gesagt: Du musst mehr gegen den Ball arbeiten!...dann hätte sich mein Gesicht wahrscheinlich zu einem Fragezeichen verformt und ich hätte geschrien: Gegen wat denn sonst, du Pflaumenaugust!!?! Pflaumenaugust…hmmm…naja, heute das Wort irgendwas mit „H“ und ist ein männlicher Nachkomme von einer Frau, die ihren Körper gewerblich gegen Geld verkauft.

Worauf will ich hinaus? Ich will darauf hinaus, dass es mich manchmal überkommt, gewisse Normen oder Standards nicht einhalten zu wollen. Bei einem Spiel Cloppenburg gegen Meppen, da könnte man locker ein Feuer entzünden. Schließlich kommen in jedem Fußballfan bei dem Wort „Derby“ gewisse Wolfsgene zum Vorschein und der Weg zum Stadion wird nicht gegangen, sondern man bewegt sich eher wie ein Ork beim Sturm auf Minas Tirith! (Herr der Ringe nicht geguckt, oder was?). Seien wir doch mal ehrlich. Das Spiel in Cloppenburg ist etwas Besonderes, ein Derby. Schließlich ist es das 31. Spiel beider Mannschaften gegeneinander. Die Stadien „TimePartner Arena“ (was für ein….naja…) und die Hänsch-Arena sind nur 80,467 Kilometer voneinander entfernt. Also, wenn man zu Fuß geht, heißt das deutsche Wort „fußläufig zu erreichen“, wie heißt es dann mit dem Auto – „autofahrig“? Also, autofahrig sind die Stadien 80.467 Meter voneinander entfernt.

Aber deshalb übertreiben? Am 5. Spieltag der Saison? Wenn beide Mannschaften ganz gut aus den Startlöchern gekommen sind? Unser SVM hat zwei Mal gewonnen, zwei Mal Unentschieden gespielt. Macht nach  Adam Riese (war sein Haus auch wohl autofahrig zu erreichen?) acht Punkte. Absolut top. Der BVC liegt mit 5 Punkten auch ganz gut in der Kurve. Hieraus lässt sich also keine epische Überschrift ableiten.

Auch wenn man auf die Gesamtbilanz guckt, will einem nicht sofort ein Wortlaut erschließen, der abertausende Massen ins Stadion locken könnte. Cloppenburg hat aber die Nase vorn. BVC hat 14 Siege auf der Habenseite, der SVM 9. Vielleicht ja so: SVM steht vor historischem Sieg – nach der Partie zweistellig?! Könnte klappen. Könnte. Auch die letzte Saison gibt nicht richtig was her. Cloppenburg gewann das Heimspiel mit 4:0, Meppen das Heimspiel mit 2:0. Also, 3:3 Punkte, bei 2:4 Toren. Naja, vielleicht so: Neidhart-Team träumt von Wiedergutmachung des Zwei-Tore-Rückstandes!! Könnte klappen. Könnte.

Wie dem auch sei. Am Sonntag pfeift der Schiedsrichter um 14 Uhr die Partie an. Und die anmutigen Gestalten, so grazil wie die Elben (SVM-Fans) werden sich erneut gegen die Orks (BVC-Fans) ein gutes Duell auf der Tribüne liefern. Denn es ist Derbyzeit (grunz). Ein tolles Spiel wartet auf uns, ein Spiel, das uns Spaß machen wird. Und vielleicht liefert dieses Match ja dann Stoff für eine tolle Schlagzeile! NDSVM….(Text: Hardy Kloßek)