DER TABELLENFÜHRER KOMMT

Bei dieser Überschrift hätte man vor der Saison mit Sicherheit gedacht: Oh, der SVM spielt gegen den VfL Wolfsburg oder den HSV! Mitnichten. Am kommen Sonntag ist Tabellenführer Eintracht Norderstedt zu Gast in der Hänsch-Arena (Anstoß 14 Uhr)! Hä? Ja, genau! Nur die Insider hätten damit rechnen können, dass das Team aus dem hohen Norden derartig gut in die Saison startet und nach sieben Spieltag vom Platz an der Sonne grüßt.

Viel „Sonne“ dürften die Jungs vom SV Meppen in dieser Trainingswoche nicht gesehen haben. Die erste Niederlage der Saison bei der SpVgg Drochtersen/Assel (1:3) war nicht nur ärgerlich, sondern auch völlig unnötig. Bei einem Sieg im Landkreis Stade, stünde der SVM jetzt auf dem 4. Platz in der Tabelle, und bei einem Spiel weniger als der Tabellenführer, aber nur zwei Punkten Unterschied, gerät der geneigte Fußballmathematiker schon mal ins Rechnen. Sieg im Nachholspiel – UFF – Tabellenführer SV Meppen. Ja, hätte, hätte, Fahrradkette. Wie war das noch: Der Kunjunktiv ist des Fußballers Tod. Mein Oma hat immer gesagt: Hätte der Hund nicht in de Wald gesch***, hätte er einen Hasen gefangen. Recht hat se, die Oma! Man könnte nun auch anfangen zu diskutieren, nach dem Motto: Naja, der Elfmeter zum 2:0 für Drochtersen/Assel war Keiner (zu sehen bei ev1.tv). Dann wäre es ein anderes Spiel geworden. Nun gut, das könnte (remember: Konjunktiv) gut sein, kann aber nicht als Ausrede gelten. Denn nach dem 1:2 Anschlusstreffer, besann sich Drochtersen-Kapitän Mau seiner Urtriebe, ich vermute, dass seine Vorfahren Holzfäller gewesen sein müssen, und „berserkte“ zum wiederholten Male auf dem Platz 'rum. Prämie: Gelb/Rote Karte. Da waren noch regulär 24 Minuten zu spielen. Genug Zeit also, um so ein Spiel umzubiegen. Aber an diesem Tage sollte es einfach nicht sein. Im Gegenteil. Drochtersens überragender Neumann gelang noch das vielumjubelte 3:1 für die Hausherren. Bittere Stunde für den SV Meppen.

Jetzt kommt das ABER. Dient auch zur eigenen Jobsicherung. Nein, im Ernst. Wer Fußball spielt oder gespielt hat, der weiß, dass es auch solche Tage und solche Spiele gibt. Da kannst du machen, was du willst, es funktioniert nicht. Und so einen Tag hat der SVM in Drochtersen erwischt. Ich tippe jetzt schon mal 13:0 für das Rückspiel, weil Wiedergutmachung betrieben wird, da bin ich mir sicher. Es war die erste Niederlage der Saison, nachdem wir viele, nein, sehr viele gute Spiel in diesem Kalenderjahr gesehen haben. Und die Entwicklung stimmt. So ein Spiel kann mal dazwischen rutschen. Das weiß doch jeder. Wichtig ist nur, dass man aus so einem Spiel lernt. Und wer Trainer Christian Neidhart kennt, der weiß, dass so ein Spiel nicht spurlos an ihm vorbeigeht. Und genau das wird er seinen Spielern in dieser Woche mit auf den Weg gegeben haben. Noch so ein Spiel und es wird (Achtung: Jugendslang – bitte googlen) „rasiert“.

Soll heißen: Ein Spiel zu Hause gegen den Tabellenführer, egal wer das gerade ist, kann man verlieren. Aber ich bin mir sicher, dass unsere Jungs am Sonntag gegen Norderstedt alles geben werden. Für sich, für den Trainer, für die Fans. Und wer weiß, vielleicht kommt dieses Spiel zur richtigen Zeit, um wieder in die Spur zu finden. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich hab Bock. SVM gegen Norderstedt. Sechster gegen Erster in der Regionalliga Nord – klingt nach einem coolen Spiel. Wir sehen uns im Stadion. Ich bin der mit der Wurst im Gesicht…Forza SVM! (Text: Hardy Kloßek)