2:2 gegen Rehden - SVM holt dank toller Moral einen glücklichen Punkt

Vor 1.265 holt der SV Meppen nach einem 0:2-Rückstand gegen den BSV Rehden doch noch einen Punkt – 2:2. Aufgrund der katastrophalen ersten Halbzeit ist dieser Punkt wirklich glücklich. Torschützen für den SV Meppen sind Posipal (79.) und Pini (89.)

Nach den beiden eher verkorksten Spielen gegen Havelse und in Hamburg beim FC St. Pauli will der SV Meppen diese beiden Spiele vergessen machen. Und das gegen einen Gegner dessen Ansprüche höher sind als der momentane neunte Platz in der Regionalliga Nord.

Neidhart spielt mit Gommert im Tor, Wigger und Geiger in der Innenverteidung, Schepers links und Jesgarzewski rechts in der Kette. Vor der Kette sollen Posipal und Robben auf der Sechs das gegnerische Spiel stören. Über rechts kommt Marc Schnier, über links Viktor Maier. Wagner heute auf der Zehn, vor im Alawie in der Spitze.

In der ersten Minuten zeigt vor allem der SV Meppen, dass er die drei Punkte in der emsländischen Kreisstadt behalten will. Aber genau dieser Enthusiasmus führt zur ersten großen Chance für den Gast. Nachdem die Meppener weit in die Rehdener Hälfte gerückt sind, fängt der Gast den ball ab und startet einen ersten Konter. Noch in der eigenen Hälfte, daher kein Abseits, wird Siala (4.) auf die Reise geschickt. Er läuft alleine auf Gommert zu, von der Mittellinie aus, kann aber noch eingeholt und gestört werden, sein Pass auf Arend kann zur Ecke geklärt werden. Aber diese Situation zeigt, worauf das Spiel heute hinauslaufen könnte. Rehden zieht sich zurück und lauert auf Konter. Und der in der vierten Minute war schon mal wirklich gefährlich. Und er zeigt Wirkung. Der SVM in der Filge nicht mehr so ungestüm. Aber dennoch ist es der BSV Rehden, der hier in Führung geht. Nach einer Ecke kommt im Gewusel der Rehdener Innenverteidiger Stefan Heycken kurz vor dem Kasten von Gommert an die Kugel. Seinen Schuss kann Gommert abwehren, aber der Linienrichter zeigt sofort auf die Mittellinie und ließ keinen Zweifel daran, dass der Ball hinter der Linie gewesen ist. (Zu sehen am Samstag bei ev1.tv). Meppen taumelt nun wie ein „angeknockter“ Boxer. Mitte der ersten Hälfte schaffen es die Hausherren kaum einen vernünftigen Spielaufbau zu kreieren. Der Schock über das Gegentor sitzt tief. Die erste Chance für den SVM erst in der 31. Minute. Nach einem schönen Freistoßtrick bringt Wagner die Kugel von links in die Mitte. Alawie ist allerdings einen Kopf zu klein geraten. Er kann den Ball nicht kontrollieren – schade. Aber das 0:1 war noch nicht die schlimmste Nachricht der ersten Halbzeit. In der 36. Minute klingelt es erneut in der Hütte von Gommert. Kargbo (36.) setzt sich am Strafraum sehr gut durch und hämmert den Ball in den linken Winkel. Gommert absolut chancenlos – 0:2. Der SV Meppen wirkt in dieser Phase der Partie angeschlagen. Auch die Körpersprache spricht eine eindeutige Sprache- die Köpfe hängen. Der Gast aus Rehden spielt das sehr clever. Sie stehen gut und lassen den SVM kaum zur Entfaltung kommen. Jetzt kommt auch noch Pech hinzu. Jesgarzewski setzt sich sehr gut auf der rechten Seite durch, spiet quer auf Schnier, der abzieht. Sein Schuss rollt in die gefährliche Zone vor dem Tor, dort steht Alawie (38.), der am Ball vorbeirutscht. Das war die beste Gelegenheit, diese erste Halbzeit doch noch erträglicher zu gestalten – ergebnistechnisch auf jeden Fall. Dem SVM fehlt die letzte Konsequenz.

Der Halbzeitpfiff wirkt dann wie eine vorübergehende Erlösung. Jetzt ist Trainer Neidhart gefordert, seinen Spielern zu vermitteln, worum es an diesem Abend in der Hänsch-Arena geht. Das Fazit der ersten Halbzeit fällt dann auch sehr nüchtern aus: Rehden spielt clever, lauert auf Konter und steht defensiv in seinem System sehr gut. SV Meppen – das Gegenteil.

Und das Trainerdonnerwetter scheint anfänglich zu wirken. Der SV Meppen kommt verbessert aus der Kabine und hat auch die erste Chance. Jesgarzewski bringt Posipal (47.) im Strafraum ins Spiel, sein Schuss streift knapp am Tor vorbei. Initialzündung? Leider Nein. Rehden lässt das Tor von Gommert wackeln. In der 52. Minute knallt Stutter nach einem Freistoß aus dem Halbfeld ans Lattenkreuz. Auch hier wäre Gommert chancenlos gewesen. Die Nerven liegen nun blank. Geiger begibt sich in ein Scharmützel mit Rehdens Fall, beide kassieren die Gelbe Karte. Dann aber die erste wirklich dicke Chance für den SV Meppen. Marc Schnier zieht eine Flanke von rechts in die Mitte. Der gestartete Viktor Maier bekommt die Kugel auf’s Tor, aber Mandic im Tor der Gäste kann parieren. Eine Minute später ist die Tormöglichkeit für Maier dann noch fetter. Nach einer Billardabwehr kommt die Kugel zu Maier, der blank vor Mandic steht. Aus fünf Metern kann er sich die Ecke aussuchen, drischt die Kugel aber in den emsländischen Himmel – eine 100%ige Torchance. Danach kann Wigger (58.) eine Flanke freistehend am zweiten Pfosten nicht verwerten –jetzt wird es bitter. Aber Fakt ist auch, dass das Team von Christian Neidhart nun den Kampf annimmt. Auch die Zuschauer in der Hänsch-Arena sind wieder wach und machen mit. Meppen versucht sich (endlich) durch Kampf freizuschwimmen. Und der SV Meppen bekommt nun Hilfe vom Gegner. Jeff Gyasi (62.) ist, obwohl schon vorher mit Gelb bedacht, zu ungestüm im Zweikampf mit Strompen. Das zweite gelbwürdige Foul bedeutet in der Konsquenz Gelb-Rot für Gyasi. Eine knappe halbe Stunde bleibt dem SV Meppen somit, um das Spiel auch im Ergebnis freundlicher zu gestalten. Denn mittlerweile ist es eine ansehnliche Regionalligapartie, nicht zu vergleichen mit der ersten Hälfte. Jetzt ist Meppen im Spiel angekommen und erhöht den Druck. Das, was das Team in der ersten Halbzeit vermissen ließ, ist nun zu sehen: Leidenschaft. Maier (76.) wird nun zur tragischen Figur dieses Spiels. Nach Schepers-Flanke kann Maier die Kugel auf’s Tor köpfen, aber auch dieser Versuch scheitert. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Nachdem Maier einen sehr guten Angriff über rechts initiiert, flankt Schnier von rechts, am zweiten Pfosten steht Posipal (79.), der den Ball nur noch über die Linie drücken muss. Nun keimt hier Hoffnung auf. Schiri Hass schickt Neidhart auf die Tribüne (84.), der sich lautstark über das „Zeitspielen“ der Gäste beschwerte. Der SVM drückt die Rehdener in den Schlussminuten hinten rein. Ziel: Mindestens einen Punkt retten. Und das Unmögliche passiert dann auch. Schepers spielt den Ball in den Strafraum auf Posipal, der abzieht. Sein Schuss wird geblockt, landet aber genau vor den Füßen von Erdogan Pini (89.), der das Leder versenkt – 2:2. Unfassbar. Aufgrund der absoluten Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte der zweiten Halbzeit jetzt aber auch nicht mehr ganz so unverdient. So kann es gehen, so ist Fußball. Und Meppen, jetzt moralisch obenauf, will nun drei Punkte. Der SVM bekommt nochmal die Möglichkeit durch einen Wigger-Kopfball (90.+2.) nach einem Maier-Freistoß.

Aber das war es dann. Man kann festhalten, dass dieser Punkt, den der SVM durch das 2:2 gegen den BSV Rehden sehr glücklich zusammengekommen ist. Das Positive zuerst. Meppen zeigt eine fantastische Moral, lag schon am Boden durch den 0:2-Rückstand. Auch das 0:3 war absolut möglich als Stutter in der 52. Minute das Lattenkreuz trifft. Die erste Halbzeit war völlig zum Vergessen. Der SV Meppen kommt nicht eine Sekunde ins Spiel. Durch den Weckruf von Trainer Neidhart in der Halbzeit, wachte die Mannschaft auf und holt noch einen Punkt. Erst ist es Posipal, dann Pini, die den Spielverlauf völlig auf den Kopf stellen. Nächste Woche Freitag muss der SV Meppen in Lübeck ran.

 

SV Meppen: Gommert – Jesgarzewski – Geiger – Schnier – Alawie – Maier – Wagner – Wigger – Schepers – Robben (46. Strompen) – Posipal