1:0 - SVM mit Auswärtsdreier beim HSV

Der SV Meppen gewinnt dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit mit 1:0 beim Bundesliganachwuchs des Hamburger Sportvereins. Schütze des goldenen Tores für den Gast aus dem Emsland war Muhamed Alawie (89.). Meppen hält mit diesem Dreier Anschluss an die Spitzengruppe.

Ein gutes Pferd springt nicht höher…..als Huxsohl.

Benni Gommert, etatmäßiger Keeper der Regionalligatruppe, stellte sich vor dem Spiel gegen den HSV in den Dienst der Mannschaft. Beim Aufwärmen erkannte er, dass durch eine Muskelverhärtung der Einsatz zu Schlimmerem hätte führen können. Er überließ kurz vor Beginn der Partie Nachwuchstorhüter Lars Huxsohl den Kasten des SVM. Huxsohl, der Gommert auch nach dessen Roter Karte im DFB-Pokal gegen den 1.FC Köln vertrat, und beundesweit auf sich aufmerksam machte, konnte sich im Spiel gegen den HSV wieder mehrfach auszeichnen und hat einen großen Anteil am Auswärtserfolg der Neidhart-Truppe.

Die Anfangsminuten gehören den Hausherren, aber der Gast aus Meppen steht in seinem System gut. Die erste Chance des Spiels hat dann auch der SV Meppen. Alawie ist auf rechts durch und flankt mit viel Übersicht an die Sechszehnergrenze. Hier zieht Max Kremer (9.) mit vollem Risiko ab, sein Volleyschuss landet aber in den Armen von Keeper Mickel. Aber auch der HSV kommt ab und an zu guten Offensivaktionen. Nach einem leichtfertigen Ballverlust von Strompen kommt der Ball über Umwege zu Daouri (10.), der aus knapp 22 Metern nicht lange fackelt. Sein Schuss verfehlt den Kasten von Huxsohl jedoch um einige Meter. Die Partie wird mit offenem Visier geführt. Und fast wären die Gastgeber in Führung gegangen. Im letzten Moment kratzt Wigger den Ball vor den Füßen von Benkarit (22.), der sonst frei durch gewesen wäre. Das war allerhöchste Eisenbahn. In dieser Phase sind die Hamburger dem ersten Tor näher als der SV Meppen. Aber der junge Huxsohl im Kastern der Meppener zeigt sich souverän. Und in der ersten Hälfte muss er, aber auch sein Gegenüber kaum eine ernstzunehmende Situation lösen, so dass nach 45 Minuten das 0:0 für beide Seiten gerecht ist. Die Zuschauer sehen ein lebhaftes Regionalligaspiel, das bislang von der Spannung lebt. Wer hier das erste Tor schießt, könnte als Sieger vom Platz gehen. Genau das könnte auch der Tenor der Halbzeitansprache von Coach Neidhart gewesen sein.

Die zweite Hälfte beginnt ähnlich wie die Erste. Die Hamburger versuchen, gleich wieder Druck aufzubauen, der SVM hat alle Mühe, dem Drang der Hausherren stand zu halten. Und auch diesmal sind es aber die Meppener, der zu der ersten Chance kommen. Und die ist richtig gefährlich. In der Mitte steigt Wigger (49.) nach einer Ecke hoch, sein Kopfball verfehlt den Kasten nur um Zentimeter. Das hätte es sein können. In der Folge verflacht das Spiel ein wenig, um dann wieder mächtig Fahrt aufzunehmen, aber Huxsohl hält das Unentschieden fest. Nach einem Steilpass ist Benkarit durch und passt in die Mitte zu Kulikas. Dessen Abschluss verhindert Huxsohl (71.) im Rauslaufen, gute Aktion des Schlussmanns. Eine Minute später ist es wieder das Torwart-Talent, das den SV Meppen im Spiel hält. Diesmal ist es Carolus (72.) nach der anschließenden Ecke, der die Kugel Richtung rechter Giebel schlenzt. Huxsohl kratzt das Ding aus dem Toreck – fantastisch. Diese beiden Chancen hätte den Spielverlauf komplett auf den Kopf stellen können, aber Huxsohl wächst über sich hinaus. Langsam fangen die HSV-Angreifer an zu verzweifeln, die sich ein Privatduell mit dem Meppener Keeper liefern. Höhepunkt in der 78. Minute – wieder ist es Huxsohl, der Sieger bleibt. Mit einem Klassereflex fischt er sich die Kugel bevor sie im Netz einschlagen kann. Dank Huxsohl steht die Null hinten. Und als es schon nach einem Unentschieden aussieht, und der SV Meppen hätte gut damit leben können, dann doch noch der vielumjubelte Siegtreffer. Aus der Sicht mit Blau-Weißer Brille auf der richtigen Seite. Nach einem sehenswerten Konter kommt Schnier an den Ball und überspitzelt Keeper Mickel. Alawie (89.) rauscht heran und grätscht das Leder in den Kasten. Der Rest ist Meppener Jubel. Danach ist auch bald Schluss und der SV Meppen fährt einen weiteren Dreier ein. Vielleicht mit etwas Glück – nein – mit etwas Huxsohl. Der SV Meppen hält damit weiter Anschluss an die Spitzengruppe. Am kommenden Sonntag ist dann der VfV Borussia Hildesheim zu Gast in der Hänsch-Arena.